Helsinki!

Helsinki!

Montag, 21. September 2009

We're still alive, don't worry.

Nein, wir sind nicht irgendwo am Nordpol abhanden gekommen und wir haben uns auch (noch) nicht im Dunkeln verlaufen!! :)
Wir hatten nur sooo viel um die Ohren und sind nicht wirklich dazu gekommen hier unser leben festzuhalten. Dafür jetzt die volle Dröhnung, ich versuche mal die letzten zwei (?) Wochen zu rekonstruieren...


Die Geschichte beginnt mit einem witzigen Abend an einem Mittwoch. (das ist das einzige was ich sicher weiß, denn Mittwochs gibts immer Happy Hour ab 11, das heißt Getränke statt 6 nur noch 1,50€) Mittwochs gehts also immer rund in Helsinki, und man trifft überall bekannte Gesichter die auf der Suche nach einem billigen und spaßigen Abend sind. Und so kam es dazu, dass uns ein paar Deutsche fragten, ob wir nicht lust hätten am nächsten Tag mit ins Stadion zum Finale zu kommen. Zwar wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht so wirklich um welches Finale es sich genau handelt, aber natürlich haben wir begeistert zugesagt. Im Laufe des Abends stellte sich dann raus, dass es sich um kein geringeres Spiel als das EM-Finale der deutschen Fußballfrauen im Olympia-Stadion in Helsinki handeln sollte... (ja ich weiß, shame on me dass ich davon nix wusste, aber wie war das noch mal? Frauenfußball ist wie Pferderennen mit Eseln?!)


Also sind wir am nächsten Tag alle hellauf begeistert ins Stadion gepilgert und haben für den Spottpreis von 5€ ein Knallerspiel gesehen und den Deutschen Frauen mit unserm Gejubel (bzw. Gepöbel gegen die etwas "roughen" Engländerinnen) zum Sieg verholfen. Für mich ein wenig unerwartet waren fast 20.000 Leute im Stadion und es ging echt ganz schön ab, zumal die Deutschen Frauen 6 Tore geschossen haben. Also nur um das hier noch mal klarzustellen (und um mich nicht auf Kriegsfuß mit Lilli zu begeben) das mit den Eseln kann ich nicht bestätigen!!!




Ab da verschwimmt alles ein bisschen und ich kann in der Chronologie nicht mehr mithalten. Auf jeden Fall haben wir in den letzten Tagen Helsinki und vor allem die Umgebung erkundet.. Wie sich das für den anständigen Skandinavien-Touri gehört, haben wir endlich ne Bootstour durch die Schären an der Ostseeküste gemacht. Das ist echt der Wahnsinn, überall die ganzen Inseln (laut schlauem reiseführer sind es 81.530 an der Zahl) und auf den meisten steht einfach nur ein kleines rotes Holzhaus mit Sauna und eigenem Bootssteg.. Himmlisch.






Und weil die Wetterfee es so gut mit uns meint, scheint quasi seit wir hier sind die Sonne von einem blauen Himmel und macht alles noch schöner. Auch motiviert uns das zu immer neuen Erkundungstouren. Ganz nach unserem Motto "das müssen wir alles noch machen so lange es hell und warm ist!" haben wir es nun schon zwei mal geschafft mit dem Kanu in See zu stechen und wir sind "soooo in love". Wir sind zu ner kleinen Insel (surprise!) gepaddelt und da an Land gegangen. Man kommt sich vor wie in Büllerbu und erwartet jeden Moment, dass Pippi Langstrumpf um die ecke geritten kommt. Es ist sooo schön überall! (Zitat Lena: "Dass dieses ganze Grün und das krasse Blau aber auch einfach SO GEIL zusammen aussehen, da hat sich doch jemand was dabei gedacht!")










safety first :)






Um dem ganzen wunderschönen Wahnsinn dann die Krone aufzusetzen, haben wir ganz nah bei unserem Haus (und wieder einmal: suprise!) unseren Favourite-Sunset-Spot gefunden. Direkt am Wasser kann man auf den Felsen hocken und die Sonne im Meer (bzw. in den Inseln) versinken sehen. Innerhalb einer Woche waren wir drei mal da... Beautyfulst. An einem der besagten Abende ist unser verrückter Belgier dann auf die glorreiche Idee gekommen "something crazy" zu tun und uns ist nichts besseres eingefallen als bei ca. 12 grad Außentemperatur ohne Schwimmsachen ("who needs towels?!!") in die Ostsee zu springen. Neben ner Menge Spaß haben wir eine Menge Sand in den Klamotten und ein paar Schnittwunden von im Dunkeln unsichtbaren Felsen mit nach Hause genommen...










Und als letztes Natur-und Umgebungs-Highlight haben wir am Wochenende unsern ersten Wander-Ausflug in den Nuuksio-Nationalpark gemacht. Um nicht wieder zu weit auszuschweifen, es war der Knaller. Ich war zwar noch nie in Kanada, aber so stelle ich es mir vor. Mitten in den Wäldern stößt man auf kleine Seen und Bäche und die schönsten Landschaften in den intensivsten Farben. (ich kann Elli nur zustimmen, Moosgrün existiert wirklich!!) Der nächste Wandertrip ist schon geplant, diesmal mit Übernachtung in einem kleinen Cottage irgendwo in der Pampa, ein richtiges Skandinavien-Adventure.


So. Nun aber genug von den ganzen Unternehmungen.


Nur noch ein paar facts zu unserem Dasein..


- scheinbar verlernt man im Ausland seine Muttersprache. Alle die mich kennen wissen ja, dass ich schon im normalen Sprachgebrauch sehr viele -nennen wir es "Anglizismen" - verwende. (BREAL.) Hier wird das ganze jedoch noch um einiges extremer, wenn man mit deutschen deutsch redet, ist jedes dritte wort englisch und auch der Satzbau kommt oft eher dem Englischen als dem Deutschen nahe..


- Die finnische Uni ist soooo viel besser ausgestattet als die deutsche! nur kurz al Beispiel: Jeder Student hat pro Semester 600 (!!!) freie Kopien. Hör sich das einer an. Auch die Computerräume sind ´ziemlich hightech und in jedem gibt es eine Art geschlossenem Sessel in dem man abgeschottet telefonieren kann (Unsere Tutorin dazu: "Welcome to Nokia-Land!"). Auch die Mensa und das Sportangebot und die ganzen Gebäude... Da kann sich die ein oder andere Elite-Uni in Deutschland noch was abschaun.

- gespart wird jedoch an der Durchsetzungsfähigkeit der Dozenten. In den zwei Kursen die wir haben (hey, die sind vierstündig!) gilt nur eins: "it's all about discussions!". Leider scheinen die Menschen hier "Diskussion" mit "Monolog" zu verwechseln, keiner geht auf den anderen ein und am ende kommt man auch zu keinem Ergebnis oder so. Wozu denn auch.

- dafür sind die Dozenten sehr um den zwichenmenschlichen Kontakt bemüht. unser 26 jähriger Dozent Tomaso aus Italien (der seinerseits selbst noch Master-Student ist) hat uns gleich in der ersten Stunde nahegelegt, dass es mehr als wahrscheinlich ist, dass wir ihn auf der nächsten Party volltrunken antreffen und uns dann höchstwahrscheinlich mit ihm anfreunden werden. Auch hat er mitgeteilt dass er im gleichen Wohnheim wohnt und uns auf ein Bier in seinem Zimmer eingeladen.

- Das Erasmus-Leben ist (wie unerwartet) sehr anstrengend. Ständig sind irgendwelche Parties.. man hat ständig ein schlechtes Gewissen, weil man entweder ne Party oder die Uni verpasst.. :)

Am Wochenende war z.B. eine "kleine" Erasmus-Party in unserem Wohnheim geplant. Das ganze ist etwas ausgeartet, weil der Keller (ja, DER Keller) beim besten Willen nicht die 400 partywilligen fassen konnte. Die Flure des Wohnheims sahen dann zwischenzeitlich so aus:


- Das Wohnheim ist nach wie vor der Knaller- und immer noch the place to be. Ein wenig anstrengend jedoch ist, dass der Feueralarm es ein wenig zu gut mit uns meint, schon drei mal wurde das Haus evakuiert. Mariya hat ein Steak gebraten, Anja Pfannekuchen gebacken und beim dritten mal? da es vier uhr morgens war nehme ich an jemand hat sich ne zigarette genehmigt. Trotz Schutzmaßnahmen wie Wollsocken über den Rauchmeldern muss alle paar Tage die feuerwehr anrücken.

- mit dem Finnischen wollten wirs ja gar nicht erst aufnehmen, dafür versuchen wir uns jetzt in der Schwedischen Sprache. Nur soviel: Wir sind ziemlich schlecht. Aber dank unserm knuddeligen Lehrer Jorgen Svensson (kein Witz!) klappt das bestimmt bald besser. Jag heter Caro och jag studerar svenska! :) es kann nur besser werden.

- We are in love. And his name is LONKERO!
Übersetzt heißt das glaube ich einfach nur "longdrink" und so genau wissen wir auch garnicht was drin ist (Gin mit irgendwas). Aber auf jeden Fall schmeckt es super, kostet genau so viel wie Bier (also Mittwochs nur 1,50) und ist ne bombenalternative zum Lidl-Bier.


Und zu guter letzt noch ein paar Anekdoten in der Rubrik "Die spinnen, die Finnen":


- Der Volkssport in Finnland scheint das "Gehen" zu sein. Ja richtig, GEHEN. Zuerst dachten wir , die ganzen Menschen, die in komplettem Sportoutfit auf den Spazierwegen entlangschlendern, kommen grad vom joggen. Aber dem ist nicht so. Es wird gegangen. Überall. Und ich glaube die tun wirklich so als würden sie Sport machen.

- Alle Finnen scheinen ein Herz für Tiere zu haben. Denn niemand hat einfach nur einen Hund. Nein, alle haben ZWEI Hunde, damit der eine nicht so einsam ist.
- der Nummern-Zieh-Trend nimmt nicht ab. Man muss auch dann eine Nummer ziehen, wenn sonst keiner da ist und wartet. Dann nimmst du dir die Nummer, die Frau am Schalter drückt den Knopf, deine Nummer erscheint, und erst dann darst du kommen...
- Caro im Wunderland: Alle Finnen trinken zum Essen.... MILCH!!!! Sogar in der Mensa!


So, genug jetzt.
Bis zum nächsten mal...
Eure Nordlichter!




Dienstag, 8. September 2009

Further information...

…bekommen wir hier jeden Tag in der Uni. Teilweise ist der Aufnahmestopp erreicht, bei all den libarys, sportzentren, und Gebäuden mit finnischen Namen. Haben uns für unsere Kurse angemeldet und heute um 14.00 Uhr geht’s los mit e-Citizens in a networked society. Um noch genügend Zeit für allerlei geplante Aktivitäten zu haben, haben wir nach dem motto „keep it schmusi“ nur die nötigsten kurse genommen und somit Montag und Mittwoch komplett frei.

Apropos Aktivitäten. Der Satz aller Sätze lautet hier: „Das müssen wir unbedingt noch machen wenn das Wetter schön ist“. Kann auch ersetzt werden durch den Satz: „Oh Mann im Sommer wär das hier so megageilo“. Der Winter und die Dunkelheit sitzen uns sozusagen im Nacken, also sprinten wir sobald die Sonne zu sehen ist nach draußen, machen Fotos und melden uns für Bootstouren an.

Der Plan mit dem Kanufahren steht übrigens noch, oder wieder. Wollten eigentlich am Samstag in See stechen. Der See erwies sich dann aber als überschaubarer Tümpel und war der Aufregung im Reiseführer nicht wert. Gestern haben wir aber ganz nah bei unserem Haus (eigentlich is alles nah bei unserem Haus) beim süßesten Café Helsinkis einen Kanuverleih gefunden und unsere Tutorin meinte in der Nähe wäre eine tolle Insel. Also neuer Plan, das nächste mal wenn die Sonne zu sehen ist…


Das süße kleine Cafe....




Caro und die Wildgänse (fast wie Amy)



Am Samstag sind wir dann statt Kanufahren mit Anita, Maria, Brecht und Laura (aus Belgien) durch die Stadt gelaufen, haben die riesigen Fähren nach Stockholm und Tallin gesehen und dann zum krönenden Abschluss drei Heißluftballons mitten in der Stadt beim starten zugesehen. Sooo toll!





















Abends waren Gerüchte über eine Wohnheimparty bei uns zu hören, die allerdings eher lau ausfiel und sich auf wenige Zimmer beschränkt hat. Caro und ich haben uns einfach zu ner Zimmerparty im vierten Stock eingeladen wo nur Jurastudenten waren. Nachdem die unser Lidlbier ausgetrunken hatten und ich meinen Schlüssel in meinem Zimmer eingesperrt hatte sind wir noch in die Stadt. Wegen dem Schlüssel hab ich dann am nächsten Tag eine Nummer angerufen und ne halbe Stunde später war ein freundlicher Finne da, der mit die Tür aufgesperrt hat. Und das für nur 20 Euro…jippi. Wo das Leben hier doch so billig ist. Caro und ich haben beschlossen, dass wir dringend ein paar Sparmaßnahmen einführen müssen. Eine davon ist mittags immer in der Mensa zu essen, da gibt’s 2 Gläser zu trinken, ein großes (leckeres) Hauptgericht (ich hatte gestern Gemüsebälle mit Soße und Reis), Brot umsonst und Salat, alles für 2,60!! great. die andere Sparmaßnahme ist auf die Fähre nach Tallin zu springen und soviel günstigen alkohol zu kaufen wie geht. Und vielleicht in Zukunft den Schlüssel mitnehmen wenn man das Zimmer verlässt.


Gestern beim offiziellen Unistart war hier introduction ceremony mit anschließendem carneval. Carneval hört sich lustiger an als es ist. Da haben sich verschiedene Student Organisations mit ihren Ständen vorgestellt. War viel auf Finnisch und viel langweilig, aber immerhin gabs goodies und wir haben jetz supercoole Stofftaschen und Kalender. Außerdem gabs auch wieder was zum Thema „die spinnen die Finnen“: Es scheint es gibt für jedes erdenkliche nerd-hobby eine student organisation. Zum Beispiel für Mangafans, Kämpfen mit Holzsteckern und diese Minitaursoldatensache. Am crazyesten war aber der Stand an dem diverse Peitschen, Tangas und Gummibrüste dekoriert waren. Auf Nachfrage hat der nette Herr in schwarzem Rock und Shirt uns erklärt es handelt sich hierbei um einen Fetischstand. Sie bieten Movienights und Bondaging classes on Mondays. Äh, ja. Wir hätten gern ein Foto gemacht, weil wir scher waren das glaubt uns keiner. Aber wir wollten dann auch nicht allzu interessiert auf die anderen carnevalbesucher wirken.


Das beste am carneval war der free wine, den es ab vier gab. Da selbst ein Liter Weisswein im Tetrapak hier 7 Euro kostet war das ein echtes Highlight. Durch intelligentes und aktives Anstehen konnten wir auch noch das ein oder andere mal nachnehmen, was uns einen lustigen Nachmittag auf den Treppen des Doms beschert hat. Am Abend haben wir dann noch einen Ausflug in die Suburbs gemacht, wo eine worm-up party gegeben wurde. Up-gewormt gings dann ins old student house, wo eine Unistartparty war.


So und jetz mal sehen wie das Unileben hier so läuft!



Vielste liebste Grüße, eure Nordlichter.





witzige Stunden auf dem Domplatz nach dem free wine... mit payed beer.




Am Hafen...












was tun wenn man eine Deutsche und einen Franzosen einfach nicht zum Heimgehen bewegen kann?! Man nehme einen Einkaufswagen, setze die besagen Personen rein und schiebe sie nach Hause...

Samstag, 5. September 2009

Pictures!


Die süßeste Aller Mützen von der süßesten aller Marktfrauen gestrickt...



Wahrzeichen Helsinkis..




erste Abspack-szenen im fettesten aller Einkaufszentren



beim Spaziergang hinterm Haus haben wir voll den schönen Weg gefunden und sind über nen voll schönen Badestrand gestolpert...!!
























Kamppii --> Riesenmall mitten in der Stadt




Im Raum der Wünsche!!!


Auf dem Markt direkt am Hafen


Beim Campus