Helsinki!

Helsinki!

Sonntag, 1. November 2009

Uwe und Werner in love

Eines gleich zu Beginn: WE ARE IN LOVE ♥♥♥.

Es hat uns richtig erwischt und nun haben wir auch tatsächlich ein wenig Liebeskummer. Das Objekt der Begierde ist niemand geringeres als die schwedische Hauptstadt. wir lieben STOCKHOLM!!!!

Da wir eine Woche "Ferien" hatten, (eigentlich eine Woche zwischen den beiden Uni-Periods, in der man all die aufgestaute Arbeit erledigen kann, essays schreiben soll und sich ganz in Ruhe auf die zweite Runde Kurse vorbereiten kann) haben wir uns mal wieder auf Reisen begeben.
In den Hauptrollen: Brecht, unser Belgier, der es erstaunlich gut mit uns beiden Freaks aushält, Lena und Ich. Am Montag sind wir also auf die Fähre gestiegen, die jeden Tag zwischen Helsinki und Stockholm hin und her pendelt, und haben unsere luxeriöse 8m² Kabine bezogen. Aus Gründen der Sparsamkeit lag diese sogar noch unter dem car-deck, also unter Wasser und direkt neben den Maschinen. Das hat dem ganzen Spaß jedoch keinen Abbruch getan und wir hatten eine witzige Nacht auf hoher See. Nach 15 Studen sind wir dann am nächsten Morgen im etwas wolkenverhangenen Stockholm angekommen, haben unser Hostel (mitten in der Altstadt) aufgesucht und uns dann direkt ins Touri-Dasein gestürzt.
Bestens präpariert, mit Infos aus dem Reiseführer und zahlreichen Tipps aus dem Internet sind wir den ganzen Tag durch die Straßen gezogen und haben alles erkundet... Um der Stadt gerecht zu werden wäre eignetlich eine reiseführer-ähnliche Detailbeschreibung nötig. Hier nur so viel: Die Stadt ist wunderschön und einfach stylisch. Die Innenstadt ist wohl die Bilderbuchversion eines Shopping-paradieses. 34 H&Ms in Stockholm (kein Scherz) und auch sonst alle denkbaren Geschäfte drängeln sich in den Einkaufsstraßen. Aus Zeitnot haben wir es aber tatsächlich nicht geschafft diese Vielfalt gebührend zu nutzen und waren (fast) nicht shoppen. (!!!) Dafür haben wir umso mehr erkundet, sind durch alle nennenswerten gatans getingelt und haben die Stadt auf uns wirken lassen. Die Old Town, in der unser Hostel lag ist super urig und mittelalterlich, aber vor allem auch die anderen Stadtteile sind echt wunderschön mit vielen alten Gebäuden, coolen Geschäften und Cafés. Und WASSER! überall Wasser. Die Stadt besteht (wie ich z.B. nicht wusste) nur aus Inseln, und so kommt man sich ein bisschen vor wie in Venedig.



















Abends waren wir völlig fertig von unserm Marathontag... trotzdem haben wir im Hostel ein delüxes dinner kredenzt, und weil wir so ne Riesen-portion hatten, haben sich ein witziger Spanier und ein in Frankreich studierender Brasilianer zu uns gesellt. Mit unseren neuen Freunden sind wir dann später auch in eine Bar gegangen, wo wir dann auch gemerkt haben wie stylisch Stockholm und seine Menschen wirklich sind. Alle scheinen einfach ein bisschen mehr Sinn für Mode und Stil zu haben...

Nach einer mehr oder minder erholsamen Nacht im 14-Betten-Schlafsaal (man gönnt sich ja sonst nix) haben wir den zweiten Tag dann mit einem Frühstück im ultra-coolen Café String begonnen. Gleich zwei Stockholm-Erfahrene hatten diesen Insidertipp gegeben -völlig zurecht. N bisschen ne Mischung aus hipper Bar, Second-Hand-Store und Omas Wohnzimmer, mitten in unserm absoluten favourite Viertel Södermalm. Hier haben wir dann auch fast den gesamten zweiten Tag verbracht, sind an den unendlich vielen süßen Cafés vorbeigeschlendert, haben in den Second-Hand-Stores gestöbert und die Wahnsinnsaussicht auf die Old-town genossen.... spätestens zu diesem Zeitpunkt waren wir alle drei hin und weg von der Stadt, sind wie die Irren völlig euphorisch überall rumgehüpft (letzteres trifft wohl eher auf Lena und mich, weniger auf Brecht zu) und haben schon Pläne geschmiedet wie wir es anstellen können unser restliches Leben in Stockholm zu verbringen.









Abends gings dann wieder auf die Fähre, auf der wir uns - wie es sich für den erfahrenen Helsinki-Studenten gehört - noch einmal mit nem Vorrat an billigem Bier eingedeckt haben...




Und die Moral von der Geschicht.... ne schönre Stadt als Stockholm gibts fast nicht.

Auch wenn dieser Trip alle anderen fast in den Schatten stellt, haben wir noch noch mehr erlebt. Meine Eltern (die selbst Lena mittlerweile mit "Trude" und "Pühdi" bezeichnet) waren hier und wir haben es uns echt schön gemacht. Haben natürlich die Stadt erkundet und alles wichtige angeschaut. An einem Tag haben wir uns aber ein Auto gemietet und haben nen Road-trip entlang der östlichen Küste gemacht - Von Helsinki über Porvoo und Hamila bis zur russischen Grenze. Der Plan ein cooles Foto an der Grenzstation zu schießen ist an Angst vor russischer Gefangenschaft leider gescheitert, trotzdem war es ein sehr spaßiges Erlebnis.













trotz zahlreicher Warnhinweise sind wir keinem Elch begegnet!!!


Als abschließender Höhepunkt dieser Woche lässt sich dann der gestrige abend bezeichnen.. Halloween. Die Motivation sich extra ein Kostüm zu kaufen war trotz Einladung auf einer Halloweenparty mit Kostümpflicht sehr gering. Aber wie es der Zufall wollte, stand für gestern morgen der Besuch auf dem wöchentlichen Flohmarkt an, den wir bislang (meist aus Gründen der Bettlägerigkeit am Samstag und Sonntagmorgen) immer wieder vertagt hatten.
Wie es von einem Flohmarkt nicht anders zu erwarten ist, boten sich uns einige Prunkstücke an, denen wir mit Hinblick auf die Party einfach nicht widerstehen konnten. Wohlwissend, dass sich die meisten Menschen sich für Halloween in eher aufreizende und betörende Teufelchen- und Engelchenkostüme schmeißen, haben wir uns angesichts des Klamottenangebots auf dem Flohmarkt für den uns sehr viel spaßiger wirkenden "deutschen Proleten-Assi" entschieden. Allein die zahlreichen Lachflashs, die uns diese Kostümwahl auf dem Flohmarkt beschert hat, war die Sache allemal wert. Für den Gesamtpreis von 2,80 € (!!!) haben wir uns für folgendes Outfit entschieden:


Jeansjacke: 1€
Kappe: 1 €
Brille: 80 cent
Brusthaar: geschenkt


Und weil wir schon einmal im Kaufrausch waren, haben wir auch gleich für Brecht (für das unfassbare Vermögen von 2 €) ein uns passend erscheindes Kostüm mitgebracht. (Ihn zu überreden, dieses auch wirklich zu tragen, war eine sehr viel längerwierige Angelegenheit und bedurfte einiger Überzeugungskraft.)




Besonders unser selbst kreirtes Brusthaar-Toupet sorgte für allgemeine Heiterkeit und war der Kracher des gesamten Abends. Insgesamt ein wahrhaftig spaßiger Abend, an dem wir von allen am meisten Spaß hatten.



Es verabschieden sich bis zum nächsten mal
Werner und Uwe


Sonntag, 18. Oktober 2009

Diversen Morddrohungen...

… von Caro ist dieser überfällige Blogeintrag zu verdanken. Ich kratze mal zusammen was mir in Erinnerung geblieben ist…
An einem Mittwoch sind wir um 8 Uhr morgens mit der Fähre Richtung Estland gestartet, das wir nach ca. 3 schaukligen Stunden auch erreicht haben. Brav haben wir die süße mittelalterliche aber auch sehr touristische Altstadt Tallins besucht und aufgrund des ausgeprägten Interesses von Phillip sämtliche Kirchen besichtigt.
Natürlich haben wir uns, wie es sich für Tallinbesucher gehört auch ordentlich mit günstigen Alkoholika eingedeckt und haben gegen 21 Uhr die Fähre in Helsinki mit einem Tross von Senioren und ihren Alkoholtrollis verlassen. Da uns die langjährige Alkoholschmuggelerfahrung der Mitreisenden fehlte mussten wir auf einen ausgeliehenen Einkaufwagen zurückgreifen um unsere Einkäufe nach Hause zu transportieren J















Ach, ja noch ein Ausflug: Sind mit Teilen des Departments of Communication in ein Cottage im Wald gefahren. Irgendwo in Sippo in einer schwedischsprachigen und birkenlastigen Umgebung steht ein von Architekturstudenten entworfenes typisch finnisches Cottage am See. Natürlich original mit Sauna, Plumpsklo und Feuerstelle. Wir waren 8 Austauschstudenten und ungefähr 20 Finnen und haben neben Holzklotzwerfspielen (ich hab übrigens gewonnen!!!) auch gegrillt und gesaunt. Die Sauna hatte allerdings leichten Räucherkammercharakter und wurde von einer Finnin als schlechteste Saune Finlands deklariert. Ansonsten wars aber ein sehr schöner und spaßiger Cottageausflug. Und das alles für nur 5 Euro, die Student Unions sind einfach der Hammer!











Der Blick in meinen von Caro künstlerlisch hoch wertvoll verzierten Terminkalender verrät, dass wir in der Woche nach dem Cottage Trip eine Movie night in unserem heißgeliebten Allhalla (der kellerraum you know) verbracht haben. Das Allhalla wird immer mehr zum place to be im place to be. Eignet sich hervorragend zum Vorfeiern, Kickerspielen und Filme gucken. Das Domus ist wie gesagt immernoch das zentrale Partymekka , nach Ausflügen „in die Suburbs“ wie gestern nach Kontola oder zu unserer belgisch-chinesisch-amerikanischen Lieblings-wg wissen wir (besonders Caro: „ Ich bin SO froh, dass ich nicht hier wohnen muss“) unser Wohnheim immer mehr zu schätzen. Letzen Freitag haben wir bei einer ESN-Party in einem uns bisher unbekannten Teil des Kellers einen ansehnlich großen Partyraum mit Garderobe, Bar, DJ-Pult und Diskokugel entdeckt. Außerdem haben wir auch Zeit gefunden die berühmte Sauna im Domus auszuprobieren. Die große Küche mit Aufenthaltsraum hat uns gleich zu neuen Partyideen inspiriert.












Letzte Woche waren dann meine Mädels zu Besuch und haben sich vorbildlich integriert J Freitag wurde unter Aufsicht des kulinarisch höchst anspruchsvollen Franzosen Sebastién auf Caros 17,5 Quadratmetern ein 3 Gänge Menü von und für 9 Personen zubereitet. Sebastién hatte zwar ein vorzügliches Rezept (Pilzsuppe, Ziegenkäse-Zucchiniauflauf, Schokokuchen), konnte aber weder im Zeitmanagement noch in der Mengenlehre überzeugen. Die langen Wartezeiten und mangelnde Nahrungszufuhr führten aber in Kombination mit Bier zu ausgelassener Stimmung.









Am Samstag haben wir dann erstmals ein typisch finnisches sit sit erlebt. Da Wikipedia überraschenderweise keine Erklärung zum sit sit hat hier mein mangelhaftes Wissen:

Scheinbar ist das sit sit eine schwedische Tradition, die von den Finnen übernommen wurde. Es ist eine Art akademisches Dinner mit Gesang. Soweit die offiziellen Informationen die wir hatten. In Wirklichkeit ist das Sit Sit ein organisiertes Besäufnis in feinen Gewändern und in feinen Räumen. Wir sind uns sehr sicher, dass unsere Erfahrung keine Ausnahme darstellt, alle finnischen Studenten meinten „das ist normal“. Wir haben uns also so schick gemacht wie es in Stiefeln geht und uns unter die aufgebrezelten Finnen gemischt. Das Essen bestand aus 3 bescheidenen Gängen, diese zu bewältigen dauerte aber ca. 4 stunden. Es gibt nämlich strenge Regeln bei einem sitsit:

- Man darf nicht essen während andere eine Rede halten oder Singen

- Nach jeder Rede und jedem Lied wird mit einem lauten „Skoll“ angestoßen

- Der Raum darf außer in den Pausen nicht verlassen werden

Natürlich musste die Natalie aufs Klo, natürlich bin ich mit, natürlich mussten wir zur Strafe eine spicegirls lied performen.
Natürlich waren die Lieder in finnisch, natürlich haben wir nichts verstanden, natürlich haben wir nach der zweiten Runde Wein kräftig mitgegrölt. Am Anfang fanden wir all das Singen, Schunkeln und unter den Tisch kriechen noch seltsam, aber bald haben wir verstanden worauf es ankommt: Die seeehr kurzen Sprech-bzw. Singpausen nutzen und soviel Essen wir möglich schaufeln um dann die nächste Wodka-runde zu überstehen.

Überflüssig zu erwähnen, dass wir eine Menge Spaß hatten!

http://www.facebook.com/home.php?ref=home#/video/video.php?v=159036522892&ref=nf






Vor lauter Partygeschichten klingt das hier ja beinah als würden wir nicht ordentlich studieren. So ist das ja nicht. Wir haben letzte Woche zwei schriftliche Abgaben bewältigt und damit einen der Kurse schon abgeschlossen. In zwei Wochen fängt dann die neue period an und mit ihr neue Kurse. In der Zwischenzeit widmen wir uns eifrig dem Projekt „creating a webmagazine“.


Außerdem sind wir auch ordentlich an der frischen Luft. An sonnigen Tagen kann man herrliche Herbstimpressionen genießen:






Noch ein paar Ergänzungen zu: Die spinnen die Finnen:

- Sit Sit à ganz sicher eine „die spinnen die Finnen“ wert!

- Gambling ist hier ein ganz großes Ding. In jedem Supermarkt stehen zwei Glückspielautomaten und es bilden sich tatsächlich Schlangen von Hausfrauen, Jugendlichen und Glückspielsüchtigen davor. Ein Wunder, dass man keine Nummer ziehen kann…

- Wusstet ihr, dass alle Finnen gleichzeitig in Finnlands Saunen gehen könnten? So viele haben die hier (und so wenige Einwohner)

...und auch welche zum Mitnehmen.. :)