… von Caro ist dieser überfällige Blogeintrag zu verdanken. Ich kratze mal zusammen was mir in Erinnerung geblieben ist…
An einem Mittwoch sind wir um 8 Uhr morgens mit der Fähre Richtung Estland gestartet, das wir nach ca. 3 schaukligen Stunden auch erreicht haben. Brav haben wir die süße mittelalterliche aber auch sehr touristische Altstadt Tallins besucht und aufgrund des ausgeprägten Interesses von Phillip sämtliche Kirchen besichtigt.
Natürlich haben wir uns, wie es sich für Tallinbesucher gehört auch ordentlich mit günstigen Alkoholika eingedeckt und haben gegen 21 Uhr die Fähre in Helsinki mit einem Tross von Senioren und ihren Alkoholtrollis verlassen. Da uns die langjährige Alkoholschmuggelerfahrung der Mitreisenden fehlte mussten wir auf einen ausgeliehenen Einkaufwagen zurückgreifen um unsere Einkäufe nach Hause zu transportieren J
Ach, ja noch ein Ausflug: Sind mit Teilen des Departments of Communication in ein Cottage im Wald gefahren. Irgendwo in Sippo in einer schwedischsprachigen und birkenlastigen Umgebung steht ein von Architekturstudenten entworfenes typisch finnisches Cottage am See. Natürlich original mit Sauna, Plumpsklo und Feuerstelle. Wir waren 8 Austauschstudenten und ungefähr 20 Finnen und haben neben Holzklotzwerfspielen (ich hab übrigens gewonnen!!!) auch gegrillt und gesaunt. Die Sauna hatte allerdings leichten Räucherkammercharakter und wurde von einer Finnin als schlechteste Saune Finlands deklariert. Ansonsten wars aber ein sehr schöner und spaßiger Cottageausflug. Und das alles für nur 5 Euro, die Student Unions sind einfach der Hammer!
Der Blick in meinen von Caro künstlerlisch hoch wertvoll verzierten Terminkalender verrät, dass wir in der Woche nach dem Cottage Trip eine Movie night in unserem heißgeliebten Allhalla (der kellerraum you know) verbracht haben. Das Allhalla wird immer mehr zum place to be im place to be. Eignet sich hervorragend zum Vorfeiern, Kickerspielen und Filme gucken. Das Domus ist wie gesagt immernoch das zentrale Partymekka , nach Ausflügen „in die Suburbs“ wie gestern nach Kontola oder zu unserer belgisch-chinesisch-amerikanischen Lieblings-wg wissen wir (besonders Caro: „ Ich bin SO froh, dass ich nicht hier wohnen muss“) unser Wohnheim immer mehr zu schätzen. Letzen Freitag haben wir bei einer ESN-Party in einem uns bisher unbekannten Teil des Kellers einen ansehnlich großen Partyraum mit Garderobe, Bar, DJ-Pult und Diskokugel entdeckt. Außerdem haben wir auch Zeit gefunden die berühmte Sauna im Domus auszuprobieren. Die große Küche mit Aufenthaltsraum hat uns gleich zu neuen Partyideen inspiriert.
Letzte Woche waren dann meine Mädels zu Besuch und haben sich vorbildlich integriert J Freitag wurde unter Aufsicht des kulinarisch höchst anspruchsvollen Franzosen Sebastién auf Caros 17,5 Quadratmetern ein 3 Gänge Menü von und für 9 Personen zubereitet. Sebastién hatte zwar ein vorzügliches Rezept (Pilzsuppe, Ziegenkäse-Zucchiniauflauf, Schokokuchen), konnte aber weder im Zeitmanagement noch in der Mengenlehre überzeugen. Die langen Wartezeiten und mangelnde Nahrungszufuhr führten aber in Kombination mit Bier zu ausgelassener Stimmung.
Am Samstag haben wir dann erstmals ein typisch finnisches sit sit erlebt. Da Wikipedia überraschenderweise keine Erklärung zum sit sit hat hier mein mangelhaftes Wissen:
Scheinbar ist das sit sit eine schwedische Tradition, die von den Finnen übernommen wurde. Es ist eine Art akademisches Dinner mit Gesang. Soweit die offiziellen Informationen die wir hatten. In Wirklichkeit ist das Sit Sit ein organisiertes Besäufnis in feinen Gewändern und in feinen Räumen. Wir sind uns sehr sicher, dass unsere Erfahrung keine Ausnahme darstellt, alle finnischen Studenten meinten „das ist normal“. Wir haben uns also so schick gemacht wie es in Stiefeln geht und uns unter die aufgebrezelten Finnen gemischt. Das Essen bestand aus 3 bescheidenen Gängen, diese zu bewältigen dauerte aber ca. 4 stunden. Es gibt nämlich strenge Regeln bei einem sitsit:
- Man darf nicht essen während andere eine Rede halten oder Singen
- Nach jeder Rede und jedem Lied wird mit einem lauten „Skoll“ angestoßen
- Der Raum darf außer in den Pausen nicht verlassen werden
Natürlich musste die Natalie aufs Klo, natürlich bin ich mit, natürlich mussten wir zur Strafe eine spicegirls lied performen.
Natürlich waren die Lieder in finnisch, natürlich haben wir nichts verstanden, natürlich haben wir nach der zweiten Runde Wein kräftig mitgegrölt. Am Anfang fanden wir all das Singen, Schunkeln und unter den Tisch kriechen noch seltsam, aber bald haben wir verstanden worauf es ankommt: Die seeehr kurzen Sprech-bzw. Singpausen nutzen und soviel Essen wir möglich schaufeln um dann die nächste Wodka-runde zu überstehen.
Überflüssig zu erwähnen, dass wir eine Menge Spaß hatten!
http://www.facebook.com/home.php?ref=home#/video/video.php?v=159036522892&ref=nf
Vor lauter Partygeschichten klingt das hier ja beinah als würden wir nicht ordentlich studieren. So ist das ja nicht. Wir haben letzte Woche zwei schriftliche Abgaben bewältigt und damit einen der Kurse schon abgeschlossen. In zwei Wochen fängt dann die neue period an und mit ihr neue Kurse. In der Zwischenzeit widmen wir uns eifrig dem Projekt „creating a webmagazine“.
Außerdem sind wir auch ordentlich an der frischen Luft. An sonnigen Tagen kann man herrliche Herbstimpressionen genießen:
Noch ein paar Ergänzungen zu: Die spinnen die Finnen:
- Sit Sit à ganz sicher eine „die spinnen die Finnen“ wert!
- Gambling ist hier ein ganz großes Ding. In jedem Supermarkt stehen zwei Glückspielautomaten und es bilden sich tatsächlich Schlangen von Hausfrauen, Jugendlichen und Glückspielsüchtigen davor. Ein Wunder, dass man keine Nummer ziehen kann…
- Wusstet ihr, dass alle Finnen gleichzeitig in Finnlands Saunen gehen könnten? So viele haben die hier (und so wenige Einwohner)
meine liebsten nordlichter! anstatt zu lernen lese ich lieber zum 10. mal den blog :)! not very studious at the moment...
AntwortenLöschenzwei kleine anmerkungen:
1. uiuiui... da hat sich jemand mit der bildbearbeitung verkünstelt ;)! nur hat caro auf dem einen bild weiße haare...
2. brecht sieht echt mal gut aus, finde ich...:)! hat das potential zum boy of the month ;)!
küsschen!